In diesem Artikel wird studiert, wie die Geschichten von den Brotvermehrungen Jesu in der frühchristlichen Literatur gebraucht werden – von den frühesten Versionen im Markusevangelium bis zu ihren Interpretationen in der frühchristlichen Literatur des dritten Jahrhunderts. Die Funktion der Geschichten wird durch ihren literarischen Kontext und durch redaktionsgeschichtliche Beobachtungen bestimmt. Im Markusevangelium beschreiben die Geschichten, wie Jesus seine Anhänger in schwierigen Situationen unterstützt; im Matthäusevangelium, wie der verworfene Jesus seine Anhänger heilt und ernährt; im Lukasevangelium, wie Jesus sich derer, die zu ihm kommen, in einer vorbildliche Weise annimmt und im Johannesevangelium, wie er ein Zeichen gibt, das von ihm zeugt. In der Literatur des zweiten und dritten Jahrhunderts werden die Geschichten erstaunlich selten gebraucht. Oft wird hier der wunderbare Aspekt hervorgehoben.